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Jahrespressekonferenz - Gewerberechtliche Entwicklung im Corona-Jahr

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18.12.2020 Bisher sind im Bereich Gewerbe- und Gaststättenrecht noch keine verstärkten Auswirkungen von Corona/SARS-CoV-2 bemerkbar. Nach jetzigem Stand weichen die Gewerbemeldungszahlen absolut (also die Gesamtzahl der Meldungen) nicht ungewöhnlich von den Vorjahren (jeweils Quartale II und III, 2017 bis 2020) ab.

  1. Die Abmeldungen sind sogar im Vergleich zum Mittel der II. Quartale aus den Vorjahren (2017 bis 2020) um 60 zurückgegangen (entspricht ca. 28,57 %). Die Zahl der Abmeldungen ist also fast 30 % weniger als im Mittel der letzten vier Jahre.
    Im III. Quartal verringert sich die Tendenz, dennoch fanden im Vergleich zum Vorjahresschnitt um 9,7 % weniger Abmeldungen statt.   
        
  2. Die Anmeldungen sind im Vergleich zum Mittel der Vorjahresquartale II (2017 bis 2020) um acht weniger, also ca. 2,27 %. Die Zahl der Gewerbemeldungen ist also nur in unerheblichem Maße weniger als im Mittel der Vorjahresquartale.
    Die Anmeldungen im Quartal III sind dagegen im Vergleich zu den III. Vorjahresquartalen erheblich angestiegen. Im Vergleich zum Durchschnitt der III. Vorjahresquartale (2017 bis 2019) ergeben sich 24,6 % mehr Anmeldungen als in diesem Quartal.
      
  3. Betrachtet man dies im Sinne einer Netto-Rechnung, sind es im Quartal II absolut gesehen mehr Betriebe geworden (345 Anmeldungen – 150 Abmeldungen = Nettozunahme um 195 Betriebe). Im Vergleich zu den Vorjahresquartalen ist die Zunahme der Betriebe im Quartal II trotz Corona sogar höher als durchschnittlich im selben Quartal der Jahre 2017 bis einschließlich 2020.
    Im Quartal III hat sich dieser Trend verfestigt. Die angemeldeten Gewerbebetriebe haben netto (Neuanmeldungen abzüglich Abmeldungen) um 208 zugenommen. Damit liegt das Quartal III bei der Netto-Zunahme deutlich über dem Vergleichswert aus den III. Quartalen der Vorjahre: Der Nettowert hat sich um 115 % erhöht.

Zumindest zum jetzigen Stand sind also in Bezug auf Gewerbebetriebe noch keine außergewöhnlich hohen Abmeldungszahlen (und damit Geschäftsauflösungen) festzustellen. Im Gegenteil war bei deutlicher Abnahme der Abmeldungen eine nur leichte Abnahme der Anmeldungen ersichtlich. Im Quartal III haben sogar die Anmeldungen deutlich zu genommen, so dass die Werte der III. Quartale der Vorjahre im Schnitt deutlich gestiegen sind.

Auch bei den Gaststätten ergaben sich bisher noch keine außergewöhnlichen Entwicklungen. Zwar fanden auch hier Abmeldungen (zehn) statt, allerdings wichen diese nicht auffällig von den durchschnittlichen Zahlen der Vorjahresquartale II und III ab. Für viele der zunächst abgemeldeten Betriebe fanden sich zudem - ebenso wie in den Vorjahreszeiträumen - neue Pächter (sieben). Lediglich drei Gaststätten haben zum jetzigen Zeitpunkt keinen Nachpächter.

Dennoch steht fest, dass die Gewerbetreibenden erheblich von den Einschränkungen durch die Maßnahmen gegen Corona betroffen sind. Dies geht allerdings auch über die direkten Auswirkungen der Maßnahmen hinaus. So bestätigen vor allem Gaststättenbetreiber, dass gerade auch in Zeiten, in denen der Betrieb von Gaststätten auch im Innenraum zulässig war, dennoch die Nachfrage der Kunden zurückhaltend war.

Viele betroffene Gewerbetreibende gehen mit innovativen Methoden gegen die negativen Auswirkungen an und versuchen, die Kunden auch mit den zurzeit möglichen Angeboten zu erreichen.

Dies lässt zumindest bisher darauf hoffen, dass viele Gewerbetreibende die Einschränkungen durch Corona/SARS-CoV-2 überstehen können, wenn auch sicherlich mit erheblichen Anstrengungen und Schwierigkeiten.

Kategorien: Corona Virus, Wirtschaft, Landratsamt Erding, Landkreis, Landwirtschaft