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Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 14.11.2022

15.11.2022 Einen Meilenstein markiert die Neufassung der Zuschussrichtlinien des Landkreises Erding zur Förderung der Jugendarbeit, die der Jugendhilfeausschuss heute beschloss.

Die Neuerungen umfassen u.a die Förderung von Leistungen für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sowie für Jugendliche mit Kriegserfahrung. Ebenfalls beraten wurden Erweiterungen des Förderkataloges auf den Jugendaustausch, die Förderung einer verbandsspezifischen Jugendleiterkarte, die Erhöhung der Jugendleiterpauschale und die Förderung digitaler Projekte. Die RätIinnen stimmten der Neufassung der Zuschussrichtlinien zu.
Die Auswirkungen sind immens: „Das bedeutet einen enormen Gewinn für die Jugendlichen im Landkreis“, betonte Landrat Bayerstorfer. „Durch die neuen Richtlinien erhöht sich die Fördersumme für die Jugendarbeit von 34.000 € auf 60.000 € um beinahe 100 Prozent.“
Der Neufassung der Richtlinien gingen Beratungen eines von Bayerstorfer berufenen Expertengremiums aus VertreterInnen des Kreisjugendrings, der Jugendverbände und der Verwaltung voraus. Die Vorschläge des Expertengremiums wurden Ende Oktober im Rahmen eines Workshops ebenfalls im Dialog mit den Vertreterinnen und Vertretern der Vereine und Verbände besprochen. Dabei wurde die Neufassung der Richtlinien angeregt. „Hier ist wirklich der große Wurf gelungen. Der Landkreis zeigt damit ganz klar, wie wichtig ihm seine jungen Bürgerinnen und Bürger sind.“, zeigte sich Bayerstorfer zufrieden.

Weiter traf der Jugendhilfeausschuss in der Sitzung einen Beschluss zur Förderung investiver Maßnahmen von Sportvereinen, die dem Jugendsport zugute kommen. Dafür wurden für 2022 57.600,00 € im Haushalt eingestellt. Die Förderung wird in Form von Zuschüssen gewährt. Der Zuschuss beträgt bei Maßnahmen, die ausschließlich dem Jugendsport dienen 15%. Für alle anderen Maßnahmen, die überwiegend dem Jugendsport dienen, bis zu 10%.
Elf Vereine hatten Anträge gestellt: SV Hörlkofen, SpVgg Langenpreising, BSG Taufkirchen/Vils, SpVgg Neuching, SV Wörth, FC Finsing, TSV Wartenberg, SG Reichenkirchen. Ein Großteil der Maßnahmen betrifft die Umrüstung von Flutlichtanlagen auf energiesparende LED-Beleuchtung.
Der Ausschuss beschloss auf Empfehlung des vorberatenden Sportbeirats, die Maßnahmen wie vorgeschlagen zu bezuschussen. „Jugendliche mussten durch die Pandemie starke Einschränkungen hinnehmen, auch durch den Wegfall der Aktivitäten in den Sportvereinen. Daher ist jede Investition in die Sportvereine wichtig und richtig. Besonders erfreulich ist, dass es sich überwiegend um Energiesparmaßnahmen handelt.“, kommentierte Landrat Martin Bayerstorfer.

Zustimmend zur Kenntnis nahmen die RätInnen den Sachstandsbericht zur Stütz- und Förderklasse (SFK) am Förderzentrum Dorfen. Das Angebot besteht seit 2019 und wird im laufenden Schuljahr 2022/2023 von sechs SchülerInnen besucht. Die SFK ist für Kinder und Jugendliche mit sehr hohem Förderbedarf, der durch bestehende Maßnahmen wie Schulbegleitung oder heilpädagogische Tagesstätte nicht adäquat gedeckt werden kann. Am Förderzentrum Dorfen steht dafür ein multiprofessionelles Team, bestehend aus zwei Lehrkräften, zwei sozialpädagogischen Fachkräften und einer psychologischen Fachkraft zur Verfügung. Vorgabe ist, die SchülerInnen in maximal 2 Schuljahren in eine allgemeine Schule oder eine reguläre Klasse der Förderschule zu (re-)integrieren. Dies ist bislang bei einem Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus der SFK erfolgreich erfolgt. Durch die zwischenzeitliche Belastungssituation durch Corona ist eine abschließende Aussage darüber, ob sich die SFK - so wie sie derzeit ausgestaltet ist - bewährt und etabliert hat, derzeit noch nicht möglich.

Der Landkreis Erding ist bemüht, die Zahl an Kindertagespflegepersonen zu steigern. Es bestehen aktuell große Engpässe in Kinderkrippen, meist hervorgerufen durch Personalmangel. Aufgrund der kriegsbedingten Flüchtlingszunahme ist zudem anzunehmen, dass der Bedarf an Kinderbetreuungsmöglichkeiten weiter zunimmt. Um die Attraktivität des Berufs der Kindertagespflegeperson zu erhöhen und den inflationsbedingten Kostensteigerungen Rechnung zu tragen, beschloss der Ausschuss eine Änderung der Förderrichtlinie des Landkreises Erding für die Kindertagespflege. Die Anpassungen umfassen eine Erhöhung des Regelstundensatzes auf 6,34 €, und eine 90-prozentige Übernahme der gesetzlich vorgeschriebenen Qualifizierungskurskosten (bisher 40 %).

Der Ausschuss beschloss zudem, dem Kreisausschuss zu empfehlen, freien Trägern, darunter die Bayerische Sportjugend im BLSV, das Zentrum der Familie Erding des Katholischen Bildungswerks Landkreis Erding oder die Fachberatung sexuelle Gewalt in 2023 freiwillige Zuschüsse von insgesamt 102.000 € zu gewähren

Gewissermaßen in eigener Sache berief der Ausschuss POM Korbinian Brielmair als Stellvertreter von PD Rainer Kroschwald in den Jugendhilfeausschuss des Landkreises Erding als beratendes Mitglied von Seiten der Polizei. Der Vorschlag kam vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord.
Auf Vorschlag vom BRK Kreisverband Erding wurde Kreisgeschäftsführer Andreas Lindner als Stellvertreter von Monika Poppel anstelle von Dorit Walter als stimmberechtigtes Mitglied berufen.

Darüber hinaus hat der Jugendhilfeausschuss dem Haushalt-Einzelplan, Teil Jugendhilfe, für das Haushaltsjahr 2023 zugestimmt, der sich auf 23.488.085 Euro beläuft. Dies bedeutet eine Steigerung von 13,26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehrausgaben sind unter anderem in den Bereichen Heimerziehung und schulbegleitende Maßnahmen zu verzeichnen.

Kategorien: Politik, Soziales, Landkreis